Der Coronaengel

Es ist schon eigenartig mitzuerleben, wie Begriffe ihre Inhalte verändern. Da ist der Begriff “Corona“ ,immer schon mit einem bestimmten, durchaus positiven Inhalt ausgestattet, der der lateinischen Sprachenwelt zuzuordnen ist .Das galt indes nur bis der Begriffsinhalt sozusagen mutierte und sich in unseren Tagen als Bezeichnung für eine bösartige Epedemie mit ausschliesslich negativem Inhalt einbürgerte und nur noch in diesem Sinne verstanden wird.

Aber nichts gilt für ewig! Der Kölner Künstler Jürg Rutenbeck und seine Lebensgefährtin Liesel Solscheid transzendentierten diesen Begriff abermals, indem sie einen Coronaengel als stahlgefertigtes Monument nebst einer Coronageschichte schufen, die in märchenhaft anschaulicher Weise Herkunft und Wesen dieses Engels schildert. In einem Gewusel von Geist-Wesen, also sowohl von Menschen als auch von Dämonen und Engeln, unter denen die Köken eine besondere Rolle spielen, war der Coronaengel als Wächter eingesetzt. Der Coronaengel ist aus Stahl, um dadurch gegen alle übernatürlichen Bedrohungen gefeit zu sein. Die Köken, für die Menschen sehr gefährliche, unsichtbare Wesen, haben Angst vor Stahl, denn es beraubt sie ihrer übernatürlichen Kräfte. Wenn sie in die Nähe von Stahl kommen, fallen sie tot um und ihr ganzer Zauber ist vorbei. Einzig der Coronaengel wusste die Menschen vor den Köken wirkungsvoll zu schützen. Er hatte als Engel enge Verbindung zu den Göttern und die boten ihren wirkungsvollen Schutz den Menschen an.

Das  Monument des Coronaengels, derzeit provisorisch aufgestellt, könnte seine endgültige Präsentation in der Kirche St. Agnes finden, wenn dort der Kirchenbesuch seinen eingeschränkten Modus nach der Epedemie wieder verloren hat. Dann würde der Begriff „Corona“ wieder neuen, hoffnungsvollen Inhalt finden.

Herwig  Nowak

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