Ein „buranischer Vormittag“

„Warum in die Ferne schweifen, hört das Gute ist so nahe“. Mit dieser leicht modifizierten, vielleicht auch etwas abgegriffenen Volksweisheit beschreibt sich ein „buranischer Vormittag“,in dessen Mittelpunkt also die Aufführung der Carmina Burana von Carl Orff stand. In der Tat waren es  ganz überwiegend rheinische Kräfte, die das „Hörfest“ gestalteten. Die choristische Seite sei zunächst genannt ,da das „Hörfest„ doch ein Chorfest war. Und hier sei die „Kölner Kurrende“ zunächst genannt. Dieser Laienchor feierte mit diesem Konzert sein 50 jähriges Bestehen. Damals als Vorortchor gegründet, ist er heute ein fester Bestandteil des Kölner Musiklebens. Aber es waren insgesamt drei Chöre, die unter dem ausdrucksstarken Dirigat von Michael Reif, den Carmina Burana musikalisch Leben verschafften. Ausser dem bereits genannten Chor war es der Europäische Kammerchor und nicht zuletzt die Junge Kantorei St. Martin. Unglaublich schön zu hören, wenn junge unverbildete Kinderstimmen die Liebe unter Erwachsenen besingen.

Aber das Werk lebt natürlich von seiner kompositorischen Seite. Orff´sche Musik hat letztlich doch etwas Opernhaftes an sich, wenn Chorstücke und Solistenstücke mit einander geradezu spektakulär abwechseln, laut und stark rythmisch einmal, überaus feinsinnig, ja inniglich leise zum anderen. Schon der Wechsel als solcher nimmt den Zuhörer gefangen, zu dem dann noch die textlichen und sprachlichen Abwechslungen kommen. Es sind einfache Volksweisheiten, aber getragen von voller Freude am Dasein.

All` dem gaben sie Solisten gekonnt musikalischen Ausdruck: Annabelle Heinen, Sopran, Thomas Laske, Bariton und Oscar de la Torre, Tenor, unterstützt von den Bochumer Symphonikern.

In Zeiten viraler Bedrängnis tut unbefangen Lebensvolles gut.Es gibt uns allen neuen Lebensmut.

Herwig Nowak

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