Ein Geschenk zum Offenbach-Jahr

Da hat die südliche Nachbarschaftsstadt den Kölnern einen netten Dienst erwiesen. Gerade zum Beginn des Offenbach-Jahres lenkt sie das öffentliche Interesse auf eine Zeiterscheinung , wie nicht sympatischer sein kann, als sie wirklich war. Nein, es ist nicht die Offenbach`sche Musik ,der Tanz, und die von ihm verwandten Texte auch nicht. Sie allesamt sind ohnehin Anlass genug für Aufmerksamkeit .Gemeint hier ist der Mensch der damaligen Zeit und sein Lebensstil, wie er sich damals erstmals herausbildete .

Das Entstehen eines neuen städtischen Flairs, nicht zuletzt bedingt durch die Neubaumassnahmen Haussmanns und hier besonders durch die Breite der Boulevards ,gepaart mit einem materiellen Wohlstand bestimmter Kreise der Bewohner, liessen den Müssiggang zum Selbstzweck werden und den Müssigänger zum Flaneur. Dandys, bestimmte, arrivierte oder vermeintlich arrivierte Künstler und auch Bürger gaben sich dem Schauspiel auf der weiten Bühne der „Grand boulevards“ hin .Man grüsste nach rechts ,man grüsste nach links. Tat indessen auch unaufmerksam, wenn das geboten erschien, und war doch mit allen Sinnen dabei, selbst zu beobachten. Immer war die Zweckbindung damit verbunden, selbst gesehen oder bewundert zu werden .Und hier mag man sich heute fragen, ob sich all` das seit dem grundlegend geändert hat. Die Antwort könnte sein, dass sich die Form gewandelt hat, nicht aber Sinn und Zweck.

Eine Ausstellung, die ob ihres Sujets gefällt.

Ihre „Freunde des Institut francais Köln e.V.“
Herwig Nowak