Offenbach und die Anderen

Es gibt Konzerte, da vermittelt der erste Einsatz der Streicher einen Eindruck von der musikalischen Qualität des zu erwartenden ganzen Konzerts. Das Konzert „Offenbach in der Musik seiner Zeit“, das das jugendliche Künstlerensemble VivazzA am 25.Januar im Institut Francais in Köln gab, war eines dieser besonderen musikalischen Ereignisse. Mit ihm eröffnete das Institut den Reigen sein er Veranstaltungen zum Offenbach-Jahr in Köln. Kraftvoll, deutlich, vielleicht manchmal eine Idee zu hart, aber klar und sauber, war der Klang in der fast dreistündigen Veranstaltung. Sie stellte neben der musikalischen Wertigkeit die Breite des kompositorischen Schaffens schwergewichtig in der ersten Hälfte des 19.Jahrhundert vor. Dabei führte sie dem Zuhörer neben Frederic Chopins Klavierkonzert Nr.2 und Carmen Stefanescu am Flügel mit Louise Farrenc und Robert Nicolas-Charles Bochsa auch weithin unbekannte, auch französische Komponisten vor.

Ja, und dann eben Offenbach als Kontrapart. Denn das Konzert hatte auch eine pädagogischen Aufgabe. Es sollte dem Zuhörer animieren, Offenbach musikalisch einzuordnen: als Komponist des damaligen Zeitgeistes oder einer eigenen musikalischen Sprache. Das Konzert bot Szenen aus Hoffmanns Erzählungen“ mit zwei hervorragenden Solistinnen: Stephanie Wordling Bucher, Mezzosopran, und Yvonne Prentki, Sopran. Unvergesslich ihre Olympia-Arie “Les oiseau dans la Charmille“. Unvergesslich der ganze Abend. Ein wundervoller Einstieg in das, was das Institut Francais im Offenbach-Jahr zu bieten haben wird.

Herwig Nowak