Zu den Grenzen der Freiheit

Frankreich erlebt schlimme Ereignisse. Die Enthauptung eines Lehrers durch einen islamisch motivierten Täter setzt die Reihe  krimineller Taten fort, deren bisheriger Höhepunkt der Anschlag auf die  Redaktion des Magazins „Charlie Hebdo“  war. Der Lehrer hatte im Rahmen seines Unterrichts die Meinungs- und Pressefreiheit thematisiert und im Rahmen des Unterrichts Mohamed Karikaturen des genannten Magazins gezeigt und zum Gegenstand des Unterrichts gemacht. Das kostete ihn letztlich sein Leben, weil ihm der Täter nach Schulschluss auflauerte und ihn dann regelrecht enthauptete. Umfangreiche Demonstrationen namentlich in Paris aber auch anderswo machten sich die offizielle regierungsseitige Kommentierung des Ereignisses zu eigen und sehen den Lehrer als Opfer der Freiheit: der Freiheit der Kunst, der Freiheit der Meinungsvielfalt ,der Freiheit ,sich auch über die Religion anderer lustig zu machen.

Soweit der Sachverhalt, wie er sich aus der Berichterstattung der Medien ergibt.

Aber ist damit wirklich alles gesagt? Ein persönliches Wort sei erlaubt: Alles im Leben hat seine Grenzen: die Freiheit selbst, sogar die Lebenserwartung und alles andere, an das man denken kann. Das gilt auch für ein Land, indem die Freiheit eine besonders hohe Wertigkeit hat, weil sie hier eine lange Geschichte hat und hart erkämpft werden musste. Und da stellt sich schon die Frage, ob die Freiheit nicht bezüglich religiöser Grundvorgaben  eine Grenze finden muss, sicherlich übrigens nicht für jedwede religiöse Detailregelung. Aber wenn es um das Ansehen eines Religionsgründers geht, dessen Gläubige unter staatlicher Billigung im Land in grosser Anzahl Aufnahme gefunden haben und die nun zu den Bürgern des Landes zählen, sollte eine Grenzziehung stattfinden. Und diese Grenze müsste im Grundsatz auch für die Karikatur gelten. Sie müsste auf das religiöse Empfinden   der Betroffenen Rücksicht nehmen, und ihnen eine Religionsfreiheit einräumen ,wie sie anderen Bürgern auch gewährt wird. Zur Klarstellung: Mit keinem Wort wird hier dem militanten Islamismus das Wort geredet, wie er  sich bedauerlicherweise in Frankreich festgesetzt hat. Aber vielleicht ist er als Gegenreaktion auf unzureichendes ,also nichtausreichend entschiedenes, vielleicht auch ungeschicktes politisches Vorgehen in der Vergangenheit zu begreifen .Ihm wäre dann mit anderem politischem Handeln beizukommen.

Herwig Nowak

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